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Blog - Aktuelle Neuigkeiten

I. Chronische Nierenerkrankung (CKD) bei Katzen – Warum wird sie heute häufiger festgestellt?

Tierarztpraxis

Die chronische Nierenerkrankung (CKD) gehört zu den häufigsten Erkrankungen älterer Katzen. Eine aktuelle Übersichtsarbeit von Mariana Grecu und Robert Capotă („Epidemiology of Chronic Kidney Disease (CKD) in Cats“, 2025) hat die derzeitigen Erkenntnisse zur Häufigkeit und zu möglichen Ursachen dieser Erkrankung zusammengefasst.

Wie häufig ist die chronische Nierenerkrankung?

Veterinärmedizinische Studien zeigen, dass heute deutlich mehr Katzen mit einer chronischen Nierenerkrankung diagnostiziert werden als noch vor einigen Jahrzehnten.

In älteren Untersuchungen wurde CKD nur bei einem kleinen Teil der Katzenpopulation festgestellt. Neuere Studien weisen dagegen auf eine deutlich höhere Häufigkeit hin. Besonders bei älteren Katzen über zehn Jahren wird die Erkrankung häufig nachgewiesen; in dieser Altersgruppe können mehr als 20 % der Tiere betroffen sein.

Die Zahl der diagnostizierten Fälle ist daher nicht gesunken, sondern eher gestiegen.

Warum wird CKD heute häufiger diagnostiziert?

Verbesserte Diagnostik

Ein wichtiger Grund ist die deutlich bessere Diagnostik. Vor 20 Jahren standen weniger empfindliche Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Moderne Laborparameter wie SDMA (Symmetrisches Dimethylarginin) ermöglichen es heute, Einschränkungen der Nierenfunktion früher und zuverlässiger zu erkennen. Dadurch werden auch Erkrankungen in frühen Stadien diagnostiziert, die früher oft unentdeckt geblieben wären.

Höhere Lebenserwartung der Katzen

Katzen erreichen heute häufig ein deutlich höheres Alter als früher. Verbesserte Ernährung, Impfprogramme, Parasitenkontrolle, Zahnbehandlungen und eine insgesamt bessere tierärztliche Versorgung tragen dazu bei.

Da die chronische Nierenerkrankung vor allem eine altersabhängige Erkrankung ist, steigt ihre Häufigkeit automatisch an, wenn mehr Katzen ein Alter von zehn Jahren oder darüber erreichen.

Veränderungen von Lebensstil und Umwelt

Auch Veränderungen der Lebensbedingungen könnten eine Rolle spielen:

  • Viele Katzen leben heute ausschließlich in der Wohnung. Dadurch können Faktoren wie Bewegungsmangel oder Übergewicht häufiger auftreten.
  • Die Zusammensetzung von Futtermitteln hat sich im Laufe der Jahre verändert. Eine unausgewogene Ernährung kann möglicherweise zur Entstehung oder Verschlechterung von Nierenerkrankungen beitragen.
  • Umweltfaktoren wie Schadstoffe, bestimmte Medikamente oder chronische Entzündungen – beispielsweise im Bereich der Zähne und des Zahnhalteapparates – können die Nieren im Laufe des Lebens zusätzlich belasten.

Was bedeutet das für die Bewertung der Erkrankung?

Die verfügbaren Daten zeigen, dass heute mehr Katzen mit einer chronischen Nierenerkrankung diagnostiziert werden als vor 20 Jahren.

Ob die Erkrankung tatsächlich häufiger auftritt oder ob vor allem mehr Fälle erkannt werden, lässt sich wissenschaftlich nicht eindeutig beantworten. Wahrscheinlich tragen mehrere Faktoren gleichzeitig dazu bei:

  • verbesserte Diagnostik,
  • höhere Lebenserwartung,
  • Veränderungen von Lebensstil und Umwelt.

Die derzeitige Studienlage spricht insgesamt eher für eine gleichbleibende bis zunehmende Zahl diagnostizierter Fälle.

Was können Katzenhalter tun?

Eine frühzeitige Erkennung ist entscheidend, um das Fortschreiten einer chronischen Nierenerkrankung möglichst zu verlangsamen.

Empfohlen werden insbesondere:

  • regelmäßige tierärztliche Vorsorgeuntersuchungen,
  • jährliche Blut- und Urinkontrollen ab etwa dem 8.–10. Lebensjahr,
  • Überwachung von Blutdruck und Nierenparametern, einschließlich SDMA,
  • ausreichende Flüssigkeitsaufnahme,
  • eine bedarfsgerechte und ausgewogene Ernährung.

Durch regelmäßige Kontrollen können Veränderungen der Nierenfunktion oft früh erkannt und geeignete Maßnahmen rechtzeitig eingeleitet werden.

Inhaltsübersicht
Nierenerkrankungen bei der Katze – welche Rolle spielt die Prävention?
– Teil I: Chronische Nierenerkrankung (CKD) bei Katzen – Warum wird sie heute häufiger festgestellt?
– Teil II: Warum ist die Früherkennung von Nierenerkrankungen bei Katzen so wichtig?
– Teil III: Neue und bewährte Therapiemöglichkeiten bei chronischer Nierenerkrankung der Katze

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