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Reisekrankheiten beim Hund

 

Blut saugende Insekten, wie Zecken und Mücken, sind in den südlichen Ländern gefährlicher als in Deutschland. Die durch sie übertragenen Erreger können beim Hund akute, chronische und manchmal sogar tödlich verlaufende Krankheiten auslösen.

 

Bei Reisen in südliche Länder ist es unbedingt erforderlich, den Hund vor gefährlichen Blut saugenden Parasiten zu schützen. Das gilt für alle Mittelmeerländer, Nordafrika und viele osteuropäische Staaten. Der Grund: Zecken und Mücken sind dort viel stärker mit gefährlichen Erregern, wie Viren, Bakterien oder Parasiten belastet als in Deutschland. Auf diese Gefahren weisen der Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V. und die Deutsche Gesellschaft für Kleintiermedizin vor der beginnenden Urlaubszeit ausdrücklich hin.

 

Unbehandelt können diese Reisekrankheiten schwere Symptome verursachen und häufig sogar tödlich verlaufen. Es handelt sich dabei um die Babesiose, Leishmaniose, Erlichiose, Herzwurmkrankheit und die Hepatozoonose. Die Erreger dieser Krankheiten werden alle durch Zecken oder Mücken übertragen. Zur Übertragung reicht oft bereits ein einziger Stich oder Saugakt aus.

Zur wirksamen Verhinderung der Übertragung empfehlen sich Spot-on-Produkte oder Halsbänder mit einer sowohl abschreckenden (repellenten) als auch abtötenden (insektiziden / akariziden) Wirkung. Hausmittel, wie z.B. ätherische Öle mit Lorbeer, Lavendel, Rosmarin und Knoblauchpulver, müssen nach gegenwärtigem Kenntnisstand als unwirksam eingestuft werden und sind für eine Prophylaxe nicht geeignet. Darüber hinaus hat die letzte Untersuchung der Stiftung Warentest zu Zeckenmitteln für Hunde (www.test.de Juli 2003) fast alle frei verkäuflichen Präparate als nur ausreichend oder mangelhaft (Noten 4 und 5) wirksam bewertet.

 

Alle gut oder sehr gut gegen Zecken wirkenden Mittel sind apotheken- oder sogar verschreibungspflichtig. Von diesen sind wiederum nur einige wenige geeignet, durch Ihre repellente Wirkung den Hund vor der Leishmaniose (übertragen durch die Schmetterlingsmücke) oder vor der Herzwurmkrankheit (übertragen durch die Stechmücke) zu schützen. Ihre Tierarztpraxis berät Sie gerne, welche Schutzmaßnahmen für Ihren Hund geeignet sind.

 

 

Präventiver Schutz verhindert Reisekrankheiten

 

Will man seinen Hund während der Reisezeit nicht in andere Hände oder in eine Hundepension geben, dann muss er vor Reisebeginn unbedingt vor gefährlichen, blutsaugenden Parasiten geschützt werden. Bereits in den südlichen Alpen, wie am Gardasee, existieren zahlreiche Hundekrankheiten, die es bisher in Deutschland nicht gibt, oder die bei uns nur in regional begrenzten Gebieten vorkommen.

 

Babesiose, eine Malaria ähnliche Infektionskrankheit, wird durch die Auwaldzecke (Dermacentor reticularis) und durch die braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) übertragen. Parasiten zerstören bei dieser Krankheit die roten Blutkörperchen des Hundes. Anämie und Gelbsucht sind die Folge. Unbehandelt kann der Hund letztendlich an Blutarmut sterben. Die Ehrlichiose wird ebenfalls durch die braune Hundezecke übertragen . Ihre Erreger sind Bakterien, die sich im Knochenmark vermehren. Sie führen zur Verminderung der Thrombozyten (Blutblättchen) und zu einer Blutungsneigung. Die klinischen Symptome sind vor allem Blutungen, Schlappheit und Vergrößerung der Lymphknoten. Unbehandelt kann die Ehrlichiose auch tödlich verlaufen.

 

Im Gegensatz zur Babesiose und Ehrlichiose wird die Leishmaniose nicht durch Zecken, sondern durch Schmetterlingsmücken (Phlebotomen) übertragen, die auch häufig als Sandmücken bezeichnet werden. Die Leishmaniose schädigt beim Hund verschiedene Organe, wie Knochenmark, Niere, Milz, Leber und Lymphknoten. Die Hunde magern ab, haben teilweise Haarverlust und schwere Hautveränderungen. Die Krankheit verläuft chronisch, unbehandelt sogar tödlich. Sie ist in vielen Fällen, wenn sie einmal ausgebrochen ist, nicht heilbar. Die Dirofilariose, die Herzwurmkrankheit, wird durch Stechmücken (Culiziden) übertragen. Die Herzwürmer können bis zu 20 cm lang werden und parasitieren meist in den Lungenarterien und dem rechten Herzen. Unbehandelt und je nach Befallsgrad kann auch diese Krankheit beim Hund tödlich verlaufen.

 

Die Hepatozoonose als fünfte Reisekrankheit beim Hund ist eine Parasitose, die ebenfalls durch die braune Hundezecke übertragen wird. Die Übertragung erfolgt nicht durch Stich, sondern nur dann, wenn der Hund die infizierte Zecke von seinem Fell abbeißt, frisst und verdaut. Die typischen Erscheinungsbilder dieser Krankheit sind starke Abmagerung, Fieber und starke Schmerzen in der Muskulatur und den Knochen. Sie ist ebenfalls sehr schwer zu therapieren, tritt aber im Vergleich zu den anderen Krankheiten nur relativ selten auf.

 

 

Abschreckende Wirkung bietet größten Schutz

 

Zur wirksamen Verhinderung der Übertragung der Reisekrankheiten durch Zecken und Mückenstiche empfehlen sich Medikamente mit einer Zweifachwirkung. Zum einen sollen sie eine starke abschreckende (repellente) Wirkung aufweisen, zum anderen über eine gute abtötende (insektizide/akarizide) Wirkung verfügen. Diese Medikamente werden als Spot-on-Produkte an einem oder mehreren Punkten auf die Haut des Hundes aufgetragen oder in Halsbändern verwendet. Sie verteilen sich innerhalb weniger Stunden über den ganzen Hund und dringen dabei in die oberen Hautschichten ein. Wie mit einem unsichtbaren Schutzschild wird der Hund dann gegen die Parasiten geschützt. Anfliegende Mücken werden hierdurch ebenso abgeschreckt, wie Zecken. In beiden Fällen wird der Stich in der Regel verhindert und damit auch die Übetragung des Erregers. Zecken im Fell des Hundes werden zur sofortigen Flucht veranlasst. Wie bei der Malariaprophylaxe des Menschen sind bei Reisen in besonders gefährdete Gebiete zum Schutz vor Reisekrankheiten beim Hund weitere Maßnahmen erforderlich, z.B. während der Zeit der Reise eine Prophylaxe gegen Herzwurmkrankheit durch zusätzliche Medikamente.

Insektizide / akarizide Stoffe ohne abschreckende Wirkung sind zur Prävention der durch blutsaugende Mücken übertragenen Reisekrankheiten nicht geeignet. So werden die Erreger der Leishmaniose durch die Schmetterlingsmücken sofort mit dem Stich übertragen. Gleiches gilt für Stechmücken, die den Hund mit den Erregern der Herzwurmkrankheit infizieren. Bei Zecken, wie der braunen Hundezecke und der Auwaldzecke muss sichergestellt sein, dass Stoffe ohne abschreckende Wirkung die Zecke zumindest abtöten, bevor diese ihre Erreger auf den Hund übertragen haben. Mittel wie z.B. ätherische Öle mit Lorbeer, Lavendel, Rosmarin und Knoblauchpulver, müssen nach gegenwärtigem Kenntnisstand als unwirksam eingestuft werden und sind für eine Prophylaxe nicht geeignet.

 

 

Sicherheit

 

Repellentien und Insektizide, die meist als Spot-on-Produkte oder in Halsbändern angeboten werden, sind fett-, aber nicht wasserlöslich. Gelegentliches Schwimmen, Baden oder Regen soll  deshalb ihre Wirkung nicht vermindern. Gefahren für den Hundehalter sind nicht bekannt. Gerade Halsbänder sollten vor dem Schwimmen ausgezogen werden, da die freigesetzten Substanzen für Fische und andere Wasserlebewesen schädlich sind. Durch Schuppung der Haut verlieren die aufgetragenen Stoffe erst nach mehreren Wochen ihre Wirksamkeit und müssen dann erneut aufgetragen werden. Ihre Tierarztpraxis berät Sie gerne, welche Schutzmaßnahmen für den Hund geeignet sind.

Sommerzeit = Zeckenzeit

Warum ist ein ausreichender Zeckenschutz so wichtig?