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Ozontherapie

 

  • HOT - Hämatogene Oxidationstherapie im Sportpferdetraining
  • Erreger alternativ mit Ozon bekämpfen - neue Wege in der Stutengynäkologie

 

 

 

HOT - Tierärztliche Betreuung im Sportpferdetraining

Leistungssteigerung ohne Doping - Nach mehreren Jahren guter Leistung im Reit- oder Fahrsport geht häufig gar nichts mehr. Der Pferdekörper ist ausgepowert, die Leistungsbereitschaft läßt nach. Doch was tun?

Ursachen für den Leistungsrückgang

Wie aktuelle Untersuchungen zeigen, sind es in vielen Fällen nicht schlechte Haltungsbedingungen, falsche Trainingsmethoden oder mangelnde Anlagen, sondern ein Nachlassen wichtiger Stoffwechselfunktionen. Im Verlauf der Evolution hat der Körper eine ganze Reihe von Schutzmechanismen gegen Schadeinflüsse von außen und innen entwickelt. Eine führende Rolle spielt die antioxidative Kapazität der Körperzellen. Bei Hochleistung vermehrt im Körper freigesetzte Radikale ebenso, wie Radikale die aus der Umwelt oder über die Fütterung aufgenommen werden, können durch körpereigene Enzyme in Verbindung mit bestimmten Vitaminen neutralisiert werden.

Stehen diese Radikalfänger nicht in ausreichendem Maße und an geeigneter Stelle im Körper zur Verfügung, lassen Abwehrkraft und Leistungsbereitschaft nach. (Die gleichen Radikale spielen übrigens auch eine führende Rolle im natürlichen Alterungsgeschehen.) Die protektiven Enzyme (PEs) wie Katalase und Superoxyddismutase (SOD) werden vom Körper nach Bedarf produziert und unterliegen komplizierten Regelmechanismen. Produziert der Körper zu wenig PEs werden wichtige Stoffwechselfunktionen und Regenerationsprozesse gestört.

Was ist HOT

Hämatogene Oxidationstherapie (HOT) ist die gezielte Aktivierung der PEs, des Zellstoffwechsels und des Immunsystems mit dem Ziel gesteigerter Muskelkraft und Ausdauerleistung. HOT ist die extrakorporale Behandlung von Patientenblut mit ozonisiertem Sauerstoff in Verbindung mit einer individuell angepaßten Supplementierung von bestimmten Aminosäuren, Vitaminen und Spurenelementen. Den Einsatz weiterer Medikamente bestimmt der Tierarzt im Einzelfall.

Wie wirkt HOT

HOT erhöht die Sauerstofftransportkapazität der roten Blutkörperchen. Dadurch wird dem Körpergewebe mehr Sauerstoff für Muskelarbeit und -aufbau zur Verfügung gestellt.

HOT erhöht die Elastizität der roten Blutkörperchen. Es kommt zu einer stärkeren Durchblutung der kapillaren Endstromgebiete in Muskulatur und Organen.

HOT erhöt die antioxidative Kapazität des Körpers durch vermehrte Produktion protektiver Enzyme. Dies schützt die Zellen vor Schäden durch Überbelastung und beugt Verschleißerscheinung vor. Der natürliche Alterungsprozeß wird nachweislich verlangsamt.

HOT erhöht den Zellstoffwechsel, was wiederum der Muskelleistung und körperlichen Aufbauprozessen zu Gute kommt.

Welche Nebenwirkungen hat HOT

HOT wird vom Tierarzt mit der nötigen Sorgfalt und Hygiene durchgeführt. Um eine Infektionsgefahr zu vermeiden wird bei jeder Behandlung neues, steril verpacktes Material verwendet. Gesundheitsschädliche Nebenwirkungen wurden in 10jähriger Anwendung in Human- und Veterinärmedizin nicht beobachtet. In der zweiten oder dritten Behandlungswoche können kurzzeitig vermehrte Ermüdungserscheinungen am Patienten beobachtet werden. Diese sind eine natürliche Folge der Stoffwechselumstimmung und nur von kurzer Dauer.

Bei der HOT werden keine Doping-Stoffe verwendet. Es ist daher für den Einsatz im Leistungssport besonders gut geeignet.

Was kostet HOT

Die hämatogene Oxidationstherapie besteht in der Regel aus 8 Einzelbehandlungen in 7 Wochen. Um die gesteigerte Leistungsfähigkeit zu erhalten und im Training weiter auszubauen, kann in einzelnen Fällen eine monatliche Auffrischungsbehandlung durchgeführt werden.

Zu den reinen Behandlungskosten kommen die Anfahrt, eine individuell abgestimmte Supplementierung von bestimmten Aminosäuren, Vitaminen und Spurenelementen, sowie im Einzellfall notwendige Medikamente.

Grenzen der HOT

HOT hat einen günstigen Einfluß auf chronische Entzündungen und Alterserscheinungen. Degenerative Veränderungen an Skelett und Gelenken lassen sich jedoch auch durch HOT nicht rückgängig machen.

Für weitere Fragen und eine individuelle Beratung steht Ihnen unser Praxisteam gerne zu Verfügung.

 

 

 

 

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Pferde Zucht+Haltung, 8.Jahrgang, Februar 2000, S. 156 - 158

 

Erreger alternativ mit Ozon bekämpfen

neue Wege in der Stutengynäkologie

 

von Tierarzt Sven Hoffmann

 

 

Zunehmende Antibiotikaresistenzen und Pilzinfektionen im Genitaltrakt stellen ein ernstzunehmendes Problem dar.  Zahlreiche klinische Fälle belegen den Erfolg einer Therapie mit ozonisiertem Sauerstoff. Neben der keimtötenden Wirkung des Ozons konnte eine Stimulation der körpereigenen Abwehrkräfte nachgewiesen werden. Die genauen Wirkmechanismen sind Gegenstand laufender Untersuchungen.

 

Eine Endometritis ist eine Entzündung der Gebährmutterschleimhaut, die durch Einwanderung körperfremder oder körpereigener Keime entstanden ist. Als Erkrankung der Gebährmutter ist sie oftmals entscheidend für das Entstehen von Fruchtbarkeitsstörungen bei der Stute. Die Sterilitätsursache wird dabei meist erst sehr spät entdeckt, da sich die Entzündung im Verborgenen entwickelt. Äußerlich ist für den Pferdehalter oft kein auffallendes Bild zu beobachten. Die Stute roßt um und zeigt nur manchmal eine atypische Sekretion aus dem Genitaltrakt.

Die Statistik über Stuten, die entweder eine ganze Saison güst geblieben sind oder innerhalb von zwei Rosseperioden nicht aufnahmen, zeigt: In über zwei Drittel der Fälle war eine Endometritis der Grund für den ausbleibenden züchterischen Erfolg. Erkrankungen der Gebährmutter können sich in verschiedener Weise darstellen. So gibt es dafür auch verschiedene Ursachen, wobei jedoch meist die Infektion durch unterschiedliche Keime als vordergründig anzusehen ist.

 

In allen Fällen ist die Krankheit in Abhängigkeit vom Alter des betroffenen Tieres und dem bisherigen Krabkheitsverlauf zu bewerten. Mit zunehmendem Alter und steigendem Fortschritt der Veränderungen ist die Prognose trotz durchgeführter Behandlungen schlecht. Möglichkeiten bestehen durch reinigende und desinfizierende Spülungen sowie gezielte antibiotische Bekämpfung der Bakterien in der Gebährmutter.

Ein aus den öffentlichen Medien bekanntes Problem sind die zunemenden Antibiotikaresistenzen. Durch den häufigen und leider oft unsachgemäßen Einsatz dieser Wirkstoffe ist bei vielen Erregern ein Gewöhnungsprozess eingetreten, der sie unempfindlich gegen viele unserer Chemotherapeutika macht. In diesem Zusammenhang wird vom Gesundheitswesen allgemein ein restriktiverer Umgang mit den verbleibenden noch wirksamen Substanzen gefordert. Ebenso gewinnt die Suche nach Alternativen zur klassichen Chemotherapie immer mehr an Bedeutung.

Eine interessante Ergänzung der antibiotischen Behandlung einer Genitialinfektion der Stute stellt der Einsatz von ozonisiertem Sauerstoff dar. Und das obwohl das Wort OZON regelmäßig negative Schlagzeilen macht: In der obersten Schicht unserer Atmosphäre (der Stratosphäre) schützt ein hoher Ozongehalt die Erde vor der starken UV-Strahlung der Sonne.

 

Ohne diese Ozonschicht wäre ein Leben auf unserem Planeten nicht vorstellbar. Das Ozonloch ist verantwortlich für Klimaveränderungen und ein hohes Hautkrebsrisiko. Zu hohe Ozonwerte finden sich im Gegensatz dazu bei SMOG-Belastung in den erdnahen Luftschichten (Troposphäre). In smogbelasteten Gebieten bildet sich unter Einwirkung des UV-Lichtes auf bestimmte Smogbestandteile, insbesondere Stickoxide, in Gegenwart von Sauerstoff ebenfalls Ozon. Dieses ist analytisch leicht erfassbar und wird daher als Maßstab für die Smogintensität herangezogen. Die Ozonkonzentration dient also als Indikator und Maß für die Umweltverschmutzung, nichts aber als deren Ursache, wie dies häufig fälschlicherweise angenommen wird. In der Kombination mit medizinischem Sauerstoff stellt Ozon jedoch auch eine sehr nützliche Substanz dar.

 

Nachgewiesen ist eine desinfizierende Wirkung durch Abtötung von Bakterien, Viren und Pilzen. Eine interessante Eigenschaft, die man sich in der Trinkwasseraufbereitung ebenso wie in der modernen Medizin schon lange zu Nutzen macht. Für die Anwendung eines medizinischen Gases besonders gut geeignet sind Hohlorgane wie z.B. die Gebärmutter einer Stute. Der gasförmige Wirkstoff verbreitet sich gleichmäßig im Uteruskörper und den beiden Uterushörnern, wo er mit allen Bereichen der erkrankten Schleimhaut reagieren kann. Flüssige Wirkstoffe sammeln sich im Gegensatz dazu lediglich am Boden des Organs und sind von eingeschränktem Nutzen.

 

 

Ein häufiges Problem bei mehrfach antibiotikabehandelten Stuten stellt die Besiedlung der Gebärmutter mit Pilzen dar. Die Abwehrlage der Uterusschleimhaut wurde durch den Antibiotikaeinsatz  geschwächt. In unserer Umwelt allgegenwärtige Pilzsporen nutzen diese Abwehrschwäche und finden hier einen geeigneten Nährboden. Die einmal manifestierte Infektion z.B. mit Hefepilzen ist mit herkömmlichen Mitteln nur schwer zu therapieren.

Hier kann eine Behandlung mit ozonisiertem Sauerstoff gleich doppelt ansetzen.

 

Aktuelle Untersuchungen haben gezeigt, daß Ozon neben seinen mikrobioziden Eigenschaften auch einen stimulierenden Einfluß auf das Immunsystem ausübt. Die keimtötende Wirkung des Ozons fördert die Regeneration der Gebährmutterschleimhaut. Diese Immunmodulation erfolgt vermutlich über die Beeinflussung der sogenannten Zytokine.

 

Die Zytokine sind eine Gruppe körpereigenen Botenstoffen, die im Verlauf einer Entzündungsreaktion von den erkrankten Körperzellen ausgeschieden werden. Ihre Aufgabe ist es u.a., die Produktion von weißen Blutkörperchen zu erhöhen und die Abwehrzellen des Körpers in das erkrankte Gewebe zu locken. Die genauen Mechanismen sind noch weitgehend unbekannt und sind weltweit Gegenstand zahlreicher Untersuchungen. So auch Thema einer Arbeitsgrupppe der Universität Marburg, in der sich Bakteriologen, Zellbiologen und Tierärzte fächerübergreifend mit der Erforschung der Ozonwirkung befassen. Bei fachgerechter Anwendung von ozonisiertem Sauerstoff im Uterus ist nicht mit schädlichen Nebenwirkungen zu rechnen.

 

 

Wir setzen diese Therapieform nun schon seit mehreren Jahren erfolgreich ein. Ozon hat eine sehr kurze Halbwertszeit von etwa 20 Minuten und zerfällt danach wieder in herkömmlichen Sauerstoff. Das Gasgemisch muß daher vor jeder Anwendung frisch hergestellt werden. In einem Ozongenerator werden Sauerstoffmoleküle durch elektrischen Strom aufgespalten und lagern sich dann selbständig zu O3, dem Ozonmolekül zusammen. Die Applikation des entstandenen Ozon-Sauerstoff-Gemischs erfolgt verhältnismäßig einfach mittels eines Besamungskatheters, der in die Gebärmutter eingeführt wird und über einen Schlauch mit dem Gerät verbunden ist.

Die klinische Erprobung wird auch in der Decksaison 2000 weitergehen. Eine Erhöhung der Patientenzahlen wird die statistischen Ergebnisse weiter untermauern. Umfangreiche neue Untersuchungen werden helfen, die Wirkechanismen zu klären und dieser innovativen Behandlungsmethode die notwendige Akzeptanz in der klassischen Schulmedizin zu sichern.