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Einfluß von Honig auf die Serum-Cholesterol-Werte
Störungen des Fettstoffwechsels mit erhöhten Cholesterinspiegeln gehören zu
den häufigsten Erkrankungen unserer Zeit und stehen in ursächlichem Zusammenhang
mit Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko.
Jüngere Untersuchungsergebnisse haben gezeigt, dass der Genuss von Honig
möglicherweise einen günstigen Einfluss auf den Fettstoffwechsel ausübt
(Al-Waili, N.S. 2004). Leider wurden diese Untersuchungen mit geringen
Gruppengrößen und teilweise ohne Plazebokontrolle durchgeführt.
Andere Veröffentlichungen zu Ernährungsempfehlungen für
Hypercholesterinämiepatienten stellen Honig in eine Reihe mit Haushalszucker,
Fruchtsäften, Süßspeisen u.a. Sie empfehlen, Zucker und zuckerhaltige
Lebensmittel grundsätzlich zu meiden, da sie zu einem Anstieg der
Serumtriglyzeride führen können (Kröner, E. 2005).
Da die Gabe von Honig zur Senkung der Cholesterinspiegel eine preiswerte
Maßnahme darstellen würde und die diätetischen Behandlungskonzepte
wesentlich erweitern würde, haben wir im Rahmen einer konfirmatorischen
Phase 2 Studie überprüft, ob die beobachtete Senkung der Cholesterinwerte
reproduziert werden kann. Dabei konnten wir die Ergebnisse von Al-Waili
nicht bestätigen:
Hoffmann,
Sven (2010) Einfluss von Honig auf den Lipid- und Cholesterinstoffwechsel;
Giessen 2010 Dissertation
Störungen des Fettstoffwechsels mit erhöhten Blutfettwerten gehören zu den
häufigsten Erkrankungen unserer Zeit und stehen in ursächlichem Zusammenhang mit
Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Ein erhöhter Cholesterinspiegel stellt den
größten Risikofaktor für koronare Herzerkrankungen dar. Nachdem sich in
tierexperimentellen und ersten klinischen Untersuchungen Hinweise für einen
günstigen Einfluss von Honig auf den Fettstoffwechsel zeigten, wurde der
mögliche Nutzen von Honig im Rahmen einer prospektiven, randomisierten,
doppelblinden Studie an 60 Hypercholesterinämiepatienten untersucht. Jeder
Studienteilnehmer verzehrte 14 Tage lang 75 g Honig oder 75 g eine
honigähnlichen Zuckerlösung aus Glukose und Fruktose als Plazebo. Ausführliche
Blutuntersuchungen wurden zu Beginn und am Ende der Studie durchgeführt. Die
Ernährungsgewohnheiten wurden protokolliert. Der zusätzliche Verzehr von
Honig führte nicht zu einer Reduktion des Gesamtcholesterinspiegels. Weder der
zusätzliche Konsum von täglich 70 g Honig noch von 70 g Zucker hatten einen
Einfluss auf den Gesamtcholesterinspiegel. Honig führte genauso signifikant zu
einem Abfall des HDL - Spiegels, wie der Verzehr von Zucker. Weiterhin führte
Honig zu einem ebenso signifikanten Anstieg des LDL - Spiegels, wie der Verzehr
von Zucker. Folgerichtig kommt es auch in beiden Gruppen zu einem signifikanten
Anstieg des Quotienten LDL / HDL. Der Triglyzeridspiegel steigt durch Honig
ebenso signifikant an wie durch Zucker. Lag der Wert für das Gesamtcholesterin
zu Beginn der Untersuchung in der Honiggruppe bei durchschnittlich 265,7 mg / dl
wurden zwei Wochen später durchschnittlich 265,4 mg / dl gemessen. Diese
Veränderung war nicht signifikant. Das HDL - Cholesterin fiel im Verlauf der
Studie von 66,8 mg / dl auf 64,0 mg / dl. LDL stieg von 153, 6 auf 157,4 mg / dl
und die Triglyzeride stiegen von durchschnittlich 124,6 mg / dl auf 138,6 mg /
dl. Diese Veränderungen waren mit einem p-Wert von £ 0,05 signifikant. Der
Ausgangswert für das Gesamtcholesterin in der Plazebogruppe veränderte sich im
Verlauf der Untersuchung von 234,5 auf 239,2 mg / dl nicht signifikant. HDL fiel
von 60,7 auf 58,4 mg / dl. Ebenso signifikant stiegen LDL von 136,6 auf 144,4 mg
/ dl und die Triglyzeride von 132,9 auf 153,3 mg / dl an. Im Hinblick auf
die ursprüngliche Fragestellung, ob sich der Verzehr von Honig günstiger auf die
Blutfettwerte auswirkt, als der Konsum einer Honig analogen Zuckermischung
konnten keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden. Lediglich in der
Untergruppe der weiblichen Hypercholesterinämiepatienten war der Anstieg des LDL
- Spiegels durch Honigverzehr deutlich geringer als der Anstieg durch den
Verzehr der gleichen Menge Zucker. Während bei den weiblichen Patienten in der
Plazebogruppe der LDL - Spiegel von durchschnittlich 140,4 auf 157,1 mg / dl
ansteigt, verändert er sich in der Honiggruppe nur von 155,9 auf 159,4 mg / dl.
Dieser Unterschied war mit einer Varianz von p = 0,05 signifikant. Eine mögliche
Ursache für den unterschiedlichen Einfluss von Honigkonsum bei Männern und
Frauen mag im Gehalt an Phytoöstrogenen liegen. Phytoöstrogene kommen unter dem
Oberbegriff Flavonoide als sekundäre Pflanzenstoffe in verschiedenen Pflanzen
vor. Über Nektar und Pollen gelangen sie auch in den Honig. Weitere
Untersuchungen sind erforderlich, um herauszufinden, ob die geringen Mengen an
Flavonoiden im Honig ausreichen, den Fettstoffwechsel zu beeinflussen und bei
weiblichen Patienten den Unterschied zu herkömmlichem Zuckerkonsum zu
erklären.
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